Solange die „griechische Katz’“ schnurrt, bleibt der Kasten des FSV Rimbach sauber
Nach intensiver Wintervorbereitung geht Torwart Stephano Kouvaras mit dem FSV Rimbach selbstbewusst in die restliche Rückrunde. Der Routinier will noch einiges bewegen.
Sechs Wochen Vorbereitung liegen hinter Stephano Kouvaras und dem FSV Rimbach – Wochen mit intensiven Einheiten, die selbst das Anziehen der Jacke schwierig gestalten, weil die Arme „zu schwer“ sind. Doch der Aufwand hat ein klares Ziel: an eine Hinrunde anknüpfen, die kaum erfolgreicher hätte verlaufen können.
Mit 42 Punkten aus 17 Spielen führen die Weschnitztäler die Fußball-Kreisliga A souverän an. Sechs Zähler dahinter lauert Verfolger Aschbach – ebenfalls mit Aufstiegsambitionen. Die Zahlen unterstreichen den Anspruch des FSV: Neben der besten Offensive der Liga hat Rimbach die zweitstärkste Defensive. An dieser Bilanz hat auch Kouvaras seinen Anteil. Mit mehreren herausragenden Auftritten prägte er die starke erste Saisonhälfte entscheidend.
Erst das vierte Jahr wieder dabei
Lange deutete allerdings wenig darauf hin, dass Kouvaras noch einmal für den FSV zwischen den Pfosten stehen würde. Bereits in der A-Jugend musste der Deutsch-Grieche kürzertreten, weil seine Ausbildung zum Koch viel Raum einnahm. Erst mit der beruflichen Neuorientierung zum Lebensmitteltechniker im Jahr 2021 eröffnete sich wieder die Möglichkeit, dem Fußball mehr Platz einzuräumen. Ein Jahr später stand er wieder im Tor.
Ganz losgelassen hatte ihn der Sport jedoch nie. Während seiner Pause mischte Kouvaras regelmäßig beim freitäglichen „Hobbykick“ mit alten FSV-Legenden mit. Dort wuchs in der Zeit der Gedanke an ein Comeback. Die Überzeugungsarbeit seiner Mitspieler zeigte Wirkung. „Eigentlich war geplant, dass ich für die zweite Mannschaft spiele“, erzählt Kouvaras. „Aber dabei ist es, wie man sieht, nicht geblieben.“
Inzwischen geht der 31-Jährige in seine vierte Saison nach der Reaktivierung. Aufgrund seiner starken Reflexe verpassten ihm seine Mitspieler schnell den Spitznamen „griechische Katz“. Ein besonderes Geheimnis, wie er trotz seiner Erfahrung noch immer so reaktionsschnell auf der Linie ist, hat Kouvaras allerdings nicht. Auch Aberglauben spielt für ihn kaum eine Rolle. „Außer, wenn wir eine Siegesserie haben“, verrät er. „Dann versuche ich schon, wieder das gleiche Trikot wie in der Vorwoche zu tragen.“
Das Eiscafé ist Pflicht
So wichtig Paraden und Punkte auch sind – für Kouvaras steht vor allem das Miteinander im Mittelpunkt. Der gemeinschaftliche Aspekt beim Fußball bedeutet ihm noch mehr als der sportliche Erfolg. An Spieltagen zum Beispiel ist es für ihn Tradition geworden, sich mit einigen Teamkollegen im örtlichen Eiscafé zum Frühstück zu treffen und sich gemeinsam einzustimmen. Und auch nach Abpfiff zählt der Torhüter meist zu denen, die zuletzt das Sportgelände verlassen.
Die obligatorische „dritte Halbzeit“ gehört für ihn einfach dazu. Nach dem Abpfiff noch zusammensitzen und den Fußballabend gemeinsam ausklingen lassen – genau das macht für Kouvaras den Reiz aus. In dieser Hinsicht ist er durch und durch Kreisliga-Romantiker. Solange es die Knochen zulassen, denkt er deshalb nicht ans Aufhören. In der kommenden Saison wird er auf jeden Fall wieder zwischen den Pfosten stehen. „Außer, wenn künftig mehr Limo als Bier im Kasten steht“, fügt er augenzwinkernd an. „Dann war es das mit mir.“
Und wenn der FSV einmal nicht im Mittelpunkt steht, zieht es ihn hinaus in die Welt. Reisen zählt zu seinen großen Leidenschaften. Im vergangenen November führte die Hochzeitsreise den frisch vermählten Ehemann nach Südafrika. Manchmal verbindet er Fernweh und Fußball, etwa bei einem Besuch im Stadion der Eintracht Frankfurt, seinem Lieblingsverein.
Ober-Abtstenach vor der Brust
Am kommenden Sonntag um 15 Uhr empfängt Rimbach zunächst den FC Ober-Abtsteinach und startet damit in die verbleibende Rückrunde. Die Ergebnisse der Vorbereitung waren zwar durchwachsen, insgesamt jedoch als positiv zu bewerten. Vor allem aber war sie für ihn eines: anstrengend. „Es war aber auch notwendig, dass wir alle gemeinsam Vollgas geben“, resümiert Kouvaras. „Und auch wenn es noch ein weiter Weg ist, ist es natürlich unser Ziel, mit der ersten und auch mit der zweiten Mannschaft – die leider häufig unerwähnt bleibt – am Ende hoffentlich den Aufstieg feiern zu können.“
Quelle: www.wnoz.de