Text: Holger Giebel für www.wnoz.de
Bilder: Adriana Petroll
Der FSV Rimbach kassiert in der Nachspielzeit den 2:2-Ausgleich und muss die Meisterschaftsfeier in der Kreisliga A vertagen.
Dem Vernehmen nach sollen die Meister-T-Shirts schon bereitgestanden haben. Die Kartons wurden jedoch noch nicht nach draußen geräumt, denn es gab dazu keinen Anlass. Der FSV Rimbach muss nämlich die große Meisterschaftssause verschieben, denn im heimischen Stadion kam der Tabellenführer der Fußball-Kreisliga A nicht über ein 2:2 gegen die SG Brandau/Gadernheim hinaus. Da Verfolger Aschbach parallel siegte, ist der Titel noch nicht in trockenen Tüchern.
Obwohl die Enttäuschung der Mannschaft groß war, den ersten Matchball nicht verwandelt zu haben, wusste FSV-Trainer Marcel Reibold das Ganze entsprechend einzuordnen: „Ich kann der Truppe keinen Vorwurf machen, denn sie hat ein geiles Spiel gemacht. Wir sind auf einen sehr starken Gegner getroffen, der am Ende den Punkt auch verdient hat. Natürlich hätten wir den Sack gern zugemacht, aber wir wussten schon vorab, was auf uns zukommt.“

Am Donnerstag in Hammelbach
Und auch kleine Schritte führen ans Ziel, dessen war sich der Übungsleiter der Blau-Weißen nach dem Spiel im Klaren. „Wir haben nun wieder einen Punkt mehr auf dem Konto, jetzt brauchen wir noch einen“, verdeutlichte Reibold. „Insofern kann der Punkt von heute bald schon Gold wert sein.“ Bereits am Donnerstag kann der fehlende letzte Punkt in Hammelbach geholt werden – ausgerechnet gegen die Mannschaft des künftigen Rimbache Trainers Oliver Zeug.
Die Bühne für eine mögliche Meisterfeier war jedenfalls bereitet, denn bei angenehmem Fußballwetter wollte eine stolze Kulisse von 400 Zuschauern dabei sein, wenn der FSV Rimbach sein Ticket für die Kreisoberliga löst. Einlaufkinder in blau-weißen Trikots für beide Mannschaften, dazu Trommelkinder, die die Platzherren akustisch unterstützten, auch wenn es mit dem Rhythmus noch nicht ganz stimmte.
Die Rimbacher nahmen jedenfalls die guten äußeren Vorgaben gern an und zeigten ein sehr engagiertes Spiel. Das Problem: Das machte auch die SG BraGa, für die es zwar um nichts mehr ging, für die aber offenkundig sportliche Fairness in dieser Hinsicht einen hohen Stellenwert hat. Das Schöne an dieser Konstellation ist, dass dies die Grundlage für ein attraktives Fußballspiel darstellt. Genau dies bekamen die 400 Besucher zu sehen. Ihre anfängliche Überlegenheit münzten die Gastgeber nach einer Viertelstunde in die Führung um. Duric setzte sich über rechts durch, passte quer in die Mitte, wo Patrick Feller lauerte und aus kurzer Distanz abschloss. Glück für den FSV: Als Duric angespielt wurde, stand dieser klar im Abseits, was Schiedsrichter Hanifi Haymana (Ludwigshafen) allerdings entging.

Widerstand ist nicht gebrochen
In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Es dauerte bis zur 79. Minute, ehe wieder gejubelt werden durfte. Olejniczak wurde im Strafraum über den Haufen gerannt, folgerichtig gab es einen Strafstoß, den Amir Duric sicher zum 2:0 verwandelte.
Das brach jedoch den Widerstand der SG BraGa nicht. In einer ereignisreichen Schlussphase sorgte Johannes Knaup mit einem Doppelpack noch für den Ausgleich (86., 90.+3). Vor dem Ausgleich machte der eingewechselte Jonas Olejniczak seinen Kurzeinsatz noch ein wenig kürzer und flog nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz (90.+2).
Thomas Ginader, der Sportliche Leiter des FSV, gab sich nach der verschobenen Feier optimistisch: „Wir werden Meister, da bin ich mir sicher. Einzig die Frage, wann dies der Fall sein wird, ist noch offen. Wir haben noch drei weitere Matchbälle.“
FSV Rimbach: Kouvaras – Proyer, Ginader, Hechler, Feller, Duric (84. Weis), D. Zielonkowski (71. Olejniczak), Plücker, M. Kohl, C. Kohl, J. Zielonkowski (90.+1 Klische).
Tore: 1:0 Feller (15.), 2:0 Duric (79., Foulelfmeter), 2:1 Knaup (86.), 2:2 Knaup (90.+3).

Stimmen zum Spiel
Amir Duric (FSV): „Auf der einen Seite ist das Ergebnis sicher enttäuschend, doch auf der anderen Seite könnte dieser Punkt noch sehr wertvoll sein. Allerdings darf man eine 2:0-Führung so nicht mehr aus der Hand geben. Die Zuschauer hätten es verdient gehabt, dass wir hier die Meisterschaft feiern können. Schade, dass dies nicht geklappt hat. Wir haben gegen den spielerisch stärksten Gegner im gesamten Saisonverlauf gespielt, der uns alles abverlangt hat. Man muss zufrieden sein mit dem Punkt. Wir haben nun noch drei Matchbälle und brauchen noch einen Punkt. Ich denke, dass es nicht die Frage ist, ob wir das schaffen, sondern nur, wo das sein wird.“
Roman Grünewald (Trainer SG Brandau/Gadernheim): „Wir haben das erreicht, was wir erreichen wollten, nämlich das Spiel nicht zu verlieren. Das erste Tor für Rimbach entstand zwar aus einer Abseitsposition, doch wir hatten in anderen Situationen auch Glück. Ich denke, wir haben ein tolles A-Liga-Spiel gesehen, bei dem sich alle reingehängt haben. Das Ergebnis ist eine weitere Motivation für uns, uns in jedem Spiel reinzuhängen, denn wir wollen uns nichts nachsagen lassen.“
Patrick Feller (FSV): „Es ist für uns zwar ärgerlich, aber das 2:2 ist am Ende das gerechte Ergebnis. Ich bin etwas enttäuscht, dass es uns nicht gelungen ist, die Meisterschaft heute klarzumachen, aber unter der Woche haben wir in Hammelbach eine weitere Gelegenheit dazu.“
Stephano Kouvaras (FSV): „Irgendwie fehlen mir noch die Worte. Es ist ärgerlich, aber wir haben gegen eine sehr starke Mannschaft gespielt. Das 2:2 geht in Ordnung.“