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Wenn der Ball rollt, gibt es keine Grenzen

Polnische Auswahlmannschaften zu Gast in Rimbach

Es waren Begegnungen auf Augenhöhe: im besten Sinne des Wortes. Wichtiger Bestandteil der Treffen von Menschen aus dem Landkreis Bergstraße und aus dem befreundeten Kreis Swidnica (Schweidnitz, Polen, Niederschlesien) sind die sportlichen Wettkämpfe. Im Rahmen des viertägigen Besuches einer 37-köpfigen Delegation aus Schweidnitz im Kreis Bergstraße wurden die sportlichen Treffen am Samstag in Rimbach ausgetragen.

Das war kein Zufall, spielte doch eine Mädchenauswahl des FSV Rimbach bereits in Schweidnitz und musste dort gegen etwas ältere Gegnerinnen eine herbe Niederlage hinnehmen. Von der Gastfreundschaft der Polen angetan, nahm sich das Rimbacher Team um das Betreuer-Ehepaar Jens und Heike Klische, um die Betreuerin Sophie Linßen vor, die Gäste ebenso herzlich zu empfangen und zu bewirten.

Sie rekrutierten des Weiteren den Jugendtrainer Daniel Fath, den bewährten alten Mitstreiter Arno Rettig an der Bratwurstbude und neben weiteren freiwilligen Helfern Luca Strubel aus der B-Jugend, und das Team war komplett. Gäste aus Polen, aus allen Teilen des Kreises Bergstraße, Betreuer der U-16-Auswahl des Kreises um den Kreisjugendwart Sascha Wilke (mit der SG Riedrode als Heimatverein) fühlten sich in Rimbach einen ganzen Tag lang, bis hinein in den Abend rundum wohl. Dann holten die höchst Offiziellen, der Landrat Zygmint Worsa und der dortige Kreistagsvorsitzende Krysztof Soltys, das mitgebrachte Hochprozentige aus dem Gepäck und es wurde noch gemütlicher.

Ewa Redemann auf deutscher Seite und Monika Pasternak auf polnischer Seite sorgten dafür, dass es auch mit der Verständigung klappte. Ewa Redemann ist im Landratsamt für die Belebungen der Partnerschaftstreffen und für die offiziellen Veranstaltungen, Gedenkfeiern zuständig und darüber hinaus vielfach gelobte Zweite Vorsitzende im Partnerschaftsverein „Most“, was Brücke bedeutet. Auch der Erste Vorsitzende Werner Breitwieser (Affolterbach) stattete dem Turnier einen Besuch ab. Sein Nachfolger als Kreistagsvorsitzender, Gottfried Schneider aus Fürth, übernahm gemeinsam mit Landrat Matthias Wilkes und den polnischen Amtsträgern Worsa und Soltys die Siegerehrung.

Landrat Wilkes lebt diese Partnerschaft. Ihn verbindet eine enge Freundschaft mit seinem Amtskollegen Zygmint Worsa. Der Landrat war in seiner Funktion als Fraktionsvorsitzender im Kreistag bereits bei der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde im Jahr 2001 zugegen. Sie fand an historischer Stätte im Gestüt des Grafen von Moltke in Kreisau statt.

Unter dem Namen „Kreisauer Kreis“ formierte sich hier eine Widerstandsbewegung gegen das Nazi-Regime um den Grafen von Moltke und den Lampertheimer Pater Alfred Delp. Vor diesem Hintergrund freut es den Landrat umso mehr, dass die Partnerschaft lebt, dass Veranstaltungen wie das sportliche Messen in Rimbach auch vom „Deutsch-Polnischen Jugendwerk“ gefördert werden.

Bei der Siegerehrung für die jungen Sportlerinnen der Mädchenauswahl, für die U-16-Teams von der Bergstraße und überwiegend vom Verein Polonia-Gryf Swidnica und für die „Seniorenteams“ aus Verwaltung und Politik fiel ihm wie stets das ein oder andere Bonmot ein. Die jungen Menschen lobte er, weil sie mit ihrem Einsatz „Europa eine große Chance auf eine gute Zukunft geben“.

Das zeigte sich schon im Rahmenprogramm des viertägigen Besuchs mit Erlebnispädagogischen Spielen, zahlreichen Treffen, wie bei der zentralen Gedenkfeier zum Tag der Deutschen Einheit in Biblis und im „Albert-Schweitzer-Haus“ in Lindenfels, wo die Gäste wohnten. Zwischen den Jugendlichen war überwiegend Englisch die „Amtssprache“.

Das Team Verwaltung/Politik, unter anderen mit Landrat Wilkes, mit den Bürgermeistern Joachim Kunkel und Volker Oehlenschläger, mit Gerhard Ohlig und dem Kreistagsabgeordneten Dr. Bruno Schwarz war im Übrigen das einzige deutsche Team, das an diesem Tag sieglos blieb. Sie unterlagen der polnischen Auswahl um Worsa und Soltys mit 4:5.

Auch hierzu wusste Wilkes einen Grund zu nennen: „Landrat Worsa spielt hervorragend. Für mich ist er der polnische Thomas Müller“. Und Schwarz hatte einen Trost parat: „Im Vergleich zum Hinspiel in Schweidnitz schossen wir doppelt so viele Tore und die polnischen Gäste drei weniger“. Ergo: das Hinspiel endete aus deutscher Sicht mit 2:8. mk

Quelle: Odenwälder Zeitung (Michael Kochendörfer)

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