Quelle: www.bergstraesser-anzeiger.de
Nicht nur die ersten Stadtmeisterinnen jubeln
Premiere bei den Bensheimer Hallenstadtmeisterschaften: Erstmals spielen die Fußballerinnen ihren Titelträger aus. Letztlich triumphierte dabei die DSG Rimbach/Auerbach, aber auch andere Teams wie der VfR Fehlheim mit seinem lautstarken Anhang hatte allen Grund zum Jubeln – im Mittelpunkt stand dabei Torhüterin „Melli“ Rothermel.

Bensheim. Die Damenspielgemeinschaft (DSG) Rimbach/Auerbach ist erster Bensheimer Hallen-Stadtmeister bei den Fußballerinnen. Die Mannschaft, die sich jeweils aus vier Auerbacherinnen und Rimbacherinnen zusammensetzte, gewann das Endspiel mit 1:0 gegen die TSG Neu-Isenburg. Dritter wurde die Mannschaft der ausrichtenden FSG Bensheim, die sich im Spiel um Platz drei mit 1:0 gegen den SV Winterkasten durchsetzte.
Im vergangenen Jahr gab es im Rahmen der Hallenstadtmeisterschaften bekanntlich erstmals ein Mädchenturnier, damals noch für die B-Juniorinnen. Dass nun ein Turnier für Frauen folgen sollte, sei beim Weststadtclub von vorneherein klar gewesen, sagt Boris Kacavenda, der sich seit mittlerweile neun Jahren bei der FSG im Bereich Mädchen- und Damenfußball engagiert. Seine Mannschaft besteht aus 12 Spielerinnen, von denen zwei noch in der B-Jugend spielen könnten. Das ist auch bei den anderen Mannschaften so, die zum Teil auf Jugendspielerinnen setzen. Die einzige Ausnahme sind die Damen des VfR Fehlheim, die sogar zwei Mannschaften stellen.
In der Kreisliga B, in der Kacavenda mit seinen Damen am Kleinfeld-Spielbetrieb teilnimmt, spielen jedoch auch die beiden jüngeren Mädels mit. „Diese haben wir mit hochgezogen, weil auch die anderen alle aus der Jugend rausgekommen sind.“ Es ist die zweite Saison, in der die Weststädter eine Damenmannschaft stellen, in den Jahren zuvor war die FSG auch noch mit einer B-Jugend im Spielbetrieb vertreten. In ein bis zwei Jahren möchte Kacavenda auch mit einem FSG-Team auf Großfeld spielen.
Für die beiden Fehlheimer Mannschaften lief es im Turnier weniger gut. Aber das ist an diesem Nachmittag nicht so wichtig. Daniel Stein und Thomas Lampert bieten seit über einem Jahr Frauenfußball in „Fähle“ an. „Da ist eine Magie entstanden“, sagt Lampert. 35 Damen sind mittlerweile Teil einer „verschworenen Gemeinschaft“, wie es Stein formuliert. Und dass alles nur, weil beim alljährlichen Sommerfest die Trainer gegen die Frauen spielen. Die Frauen seien dann auf ihn zugekommen, ob er sie nicht auf dieses Spiel vorbereiten könne, sagt Stein. Und aus den wöchentlichen Trainingseinheiten ist mittlerweile mehr geworden.
In der nächsten Saison wollen die Fehlheimerinnen im Pokalwettbewerb antreten, auch eine Teilnahme am Ligabetrieb erwägt das Trainer-Duo. Die VfR-Spielerinnen wurden während der Turnierspiele von ihren Kindern auf der Tribüne der Scholl-Halle lautstark angefeuert. Jede gelungene Aktion wurde bejubelt, vor allem die Paraden der überragenden Keeperin Melanie Rothermel, die für ihre Leistungen zur „Torhüterin des Turniers“ ausgezeichnet wurde. Im letzten Gruppenspiel gegen Bensheim hielt sie zum dritten Mal die Null. In der Halle waren laute „Melli, Melli“-Sprechchöre zu vernehmen. Als die Schlusssirene ertönte, stürzten sich alle Mitspielerinnen auf ihre Torhüterin. Es war zweifelsohne der Moment dieses Turniers. Und der zeigte, dass es im Fußball manchmal nicht nur um den sportlichen Erfolg geht, sondern einfach nur darum, in einer Gemeinschaft eine gute Zeit zu verbringen.